Am 13. Juni stiegen Aschewolken bis zu einer Höhe von 7,5 km auf und trieben 200 km nach Südwesten und 105 km nach Südosten.
Am 14. Juni erzeugte ein großer Ausbruch eine Aschewolke, die bis zu einer Höhe von 12 km aufstieg. Eine weitere große Explosion
am folgenden Tag schleuderte eine Aschewolke bis zu einer Höhe von 8 km. SVERT meldete am 15. Juni um 17:30 h eine weitere
explosive Eruption. Satellitenbeobachtungen am frühen Morgen des 16. Juni zeigten eine Aschewolke, die sich 360 km nach
Nordwesten erstreckte. Das Tokyo VAAC schätzte die Höhe der Aschewolke vom 16. Juni auf 9,7 km, während höhere Aschewolken
früherer Explosionen eine Höhe von 13,7 km erreichten.
Redoubt, Alaska, USA, 3'108 m, 15.03. - 01.07.2009

Am 22. März 2009 um 22:38 h begann ein explosiver Ausbruch. Es folgten vier weitere explosive Ausbrüche, die jeweils
zwischen 4 und 30 Minuten dauerten. Aschewolken stiegen bis zu einer Höhe von 18,2 km auf, wobei sich der Großteil der
Aschemenge in einer Höhe zwischen 7,6 und 9,1 km befand. Aschefall wurde in Gebieten 190-250 km nordöstlich des Vulkans
gemeldet. Die letzte Explosion endete am 23. März um 5:00 h. Die sechste Explosion begann am 23. März um 19:41 h, dauerte
etwa 17 Minuten und erzeugte eine Aschewolke, die bis zu einer Höhe von 15,2 km aufstieg und nach Westen und Norden abdriftete.
Auf Webcam-Bildern waren pyroklastische Ströme zu sehen, die den Nordhang hinabflossen. Alaska Airlines annullierte am 23. März
aufgrund der Aschewolken 19 Flüge. In der Gegend um den Vulkan wurden grosse Lahar- und Flutablagerungen im Drift-River-Tal
entdeckt. Die Eruptionen führten zum Abschmelzen des Drift-Gletschers und einem stark erhöhten Abfluss des Drift River, wodurch
Lahare entstanden, die über 35 km weit flossen und den Cook Inlet erreichten. Im mittleren bis oberen Drift-River-Tal lagen die
Hochwassermarken 6-8 m über dem Talboden. An der AVO-Hütte (etwa 11 km nordnordwestlich des Gipfels) wurde eine 6 cm dicke
Ablagerung beobachtet. Am 24. März meldete das AVO, dass eine Dampfwolke bis zu einer Höhe von 6,1 km aufgestiegen und etwa 65 km in
nordwestlicher Richtung getrieben sei. Am 26. März stiegen bei mehreren explosiven Eruptionen Aschewolken bis in Höhen
von 6,1 bis 19,8 km Die grösste Eruption um 9:24 h verursachte zudem einen Lahar im Drift-River-Tal. Vom 27. bis 28. März
stiegen bei sieben explosiven Eruptionen Aschewolken bis in Höhen von 7,6 bis 15,2 km auf. Am 23. März wurden 11 Personen
vom Drift River Terminal evakuiert, einer Öllageranlage etwa 35 km östlich-nordöstlich des Vulkans, die aufgrund des Ausbruchs
stillgelegt wurde. Am 4. April erzeugte eine gewaltige Explosion eine Aschewolke, die bis zu einer Höhe von 15,2 km aufstieg
und in südöstliche Richtung abdriftete. Seismische Daten deuteten darauf hin, dass ein Lahar das Drift-River-Tal hinabfloss.
Fotos und Termalbilder vom 12. Juni zeigten, dass der Lavadom 1 km lang, 460 m breit und rund 200 m hoch war und das Volumen
etwa 30 - 60 Millionen Kubikmeter betrug.
Merapi, Indonesien, 2'910 m, 26.10. - 29.11.2010

Das zuständige Vulkanobservatorium berichtete, dass die Aufblähungsrate des Vulkans von Ende September bis zum 20. Oktober 0,6 cm
pro Tag betrug. Am 21. Oktober stieg sie auf 10,5 cm pro Tag, und es traten vermehrt glühende Lavaströme auf. Am 24. Oktober stieg
die Aufblähungsrate sprunghaft auf 42 cm pro Tag an. Am darauffolgenden Tag wurde die sofortige Evakuierung mehrerer Ortschaften
mit insgesamt 11'000 - 19'000 Menschen im Umkreis von 10 km um den Vulkan angeordnet. Am 26. Oktober gegen 17:00 h begann ein
Ausbruch, der durch Explosionen und pyroklastische Ströme gekennzeichnet war, die sich in WSW- und SE-Richtung ausbreiteten.
Bis 18:54 h traten mehrere pyroklastische Ströme auf, wobei die meisten 2 bis 9 Minuten dauerten, zwei davon jedoch
jeweils 33 Minuten. Berichte vom 27. Oktober bestätigten etwa 25 Tote und mehrere Verletzte. Das CVGHM meldete am 30. Oktober
zwei pyroklastische Ströme. Einem Zeitungsartikel zufolge fiel Asche in Yogyakarta, 30 km süd-südwestlich. Am 1. November
begann am Vormittag ein Ausbruch mit einem schwachen Erdbeben. In den folgenden Stunden ereigneten sich etwa sieben pyroklastische
Ströme, die sich bis zu 4 km in süd-südöstlicher Richtung ausbreiteten. Eine Gas- und Aschewolke stieg 1,5 km über den Krater auf
und driftete nach Osten und Norden. CVGHM meldete am 2. November 26 pyroklastische Ströme, am 3. November traten in den
ersten 12 Stunden des Tages 38 pyroklastische Ströme auf. Am 7. November berichtete ein Nachrichtenartikel, dass seit Beginn
des Ausbruchs etwa 156 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 200'000 Menschen vertrieben worden seien. Am 5. und 6. November
wurden Aschewolken mit einer Höhe von rund 16,8 km registriert und am 8. November wurde eine Schwefeldioxid-Wolke über dem
Indischen Ozean in einer Höhe von 12,2 - 15,2 km registriert. Insgesamt forderten die Ausbrüche rund 322 Todesopfer und
über 130'000 Menschen mussten vorübergehend in temporären Unterkünften verbleiben.
Eyjafjallajökull, Island, 1'666 m, 20.03. - 23.06.2010

Das Institut für Geowissenschaften und der Isländische Wetterdienst meldeten, dass am späten Abend des 20. März ein Spaltenausbruch
des Eyjafjöll (auch bekannt als Eyjafjallajökull) begann. In den drei Wochen zuvor wurden hohe Deformationsraten und erhöhte
seismische Aktivität festgestellt; die Erdbeben lagen in einer Tiefe von 7 bis 10 km. Am 19. und 20. März verlagerten sich die
Erdbeben nach Osten und traten in geringerer Tiefe (4-7 km) auf. Um 22:30 h am 20. März nahm die seismische Aktivität leicht zu
und innerhalb der nächsten zwei Stunden gingen Meldungen über einen Vulkanausbruch ein. Die ersten Meldungen beschrieben Glühen,
das von einer Wolke über dem Ausbruchsgebiet reflektiert wurde, einer 2 km breiten eisfreien Schneise zwischen dem Eyjafjöll und
dem Vulkan Katla. Am 21. März wurden aus der Luft Lavafontänen aus einer 500 m langen, in Nordost-Südwest-Richtung verlaufenden
Spalte an der Nordostflanke des Eyjafjöll ausgestossen. Einige Strassen in der Umgebung wurden gesperrt und etwa 500 Anwohner
wurden evakuiert. Eine Dampfexplosion am 22. März erzeugte eine Dampfwolke, die bis in eine Höhe von 8 km aufstieg. Lava floss
südlich der Spalte in eine Schlucht, wodurch Dampf aufstieg, wo die Lava mit Schnee und Eis in Berührung kam. Der Ausbruch
dauerte vom 23. bis 24. März an. Es wurden vier oder fünf aktive Krater aktiv und es entstand ein 200 m hoher Basaltlavafall
in den Hrunagil-Canyon. Zwei Tage später hatten die Lavaströme ihren Verlauf geändert und flossen über einen 100 m hohen
Lavafall in den Hvannárgil-Canyon. Am darauffolgenden Abend wurde in der Region ein Erdbebenschwarm mit Magnituden
von 2 bis 2,5 registriert. Lavaströme bedeckten eine Fläche von schätzungsweise 1,3 Quadratkilometern und waren
durchschnittlich 10-20 m dick. Der grösste Schlackenkegel erreichte eine Höhe von 82 m. Um 23:00 h am 13. April wurde
unterhalb des zentralen Teils des Eyjafjöll, westlich der vorherigen Ausbruchsspalten, ein seismischer Schwarm registriert.
Etwa eine Stunde später kündigte das Einsetzen seismischer Erschütterungen einen Ausbruch aus einer neuen Spalte am Südrand
der zentralen Caldera an, die vom Gletscher Eyjafjallajökull bedeckt ist. Der Ausbruch wurde am frühen Morgen des 14. April
visuell bestätigt; eine Eruptionswolke stieg mindestens 8 km über den Gletscher auf. Schmelzwasser floss nach Norden und Süden.
Medien berichteten von einer kreisförmigen, eisfreien Fläche mit einem Durchmesser von etwa 200 m nahe dem Gipfel. Wissenschaftler
beobachteten eine neue 2 km lange, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Spalte und Aschefall im Osten. Rund 700 Menschen wurden zur
Evakuierung des Gebiets aufgefordert. Im Laufe des Tages nahmen die Überschwemmungen zu, was zu Straßensperrungen und
Gebäudeschäden führte. Am frühen Morgen des 14. April öffneten sich unter der eisbedeckten Caldera neue Krater. Luftaufnahmen
zeigten eine Reihe von Kratern entlang einer 2 km langen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Spalte, aus der Schmelzwasser
sowohl an den Nord- als auch an den Südhängen des Vulkans floss. Eine Aschewolke stieg bis in eine Höhe von über 8 km auf und
driftete nach Osten. Schmelzwasserfluten erreichten mit einem Höhepunkt gegen Mittag das Tiefland um den Vulkan und beschädigten
Strassen, Infrastruktur und Ackerland. Tephra-Niederschlag wurde im Südosten Islands gemeldet. Ein zweiter Lahar ergoss sich
am Abend durch das Markarfljót-Tal. Am 15. April erreichte die Eruptionswolke das europäische Festland und führte zur Sperrung
grosser Luftraumgebiete. Eine pulsierende Eruptionssäule erreichte eine Höhe von über 8 km. Wissenschaftler schätzten, dass
die Eruption in den ersten 72 Stunden der explosiven Aktivität 140 Millionen Kubikmeter Tephra produziert hatte. Ein Update
des NVC vom 21. April stellte fest, dass die Aktivität in den vorangegangenen Tagen um eine Größenordnung zurückgegangen war,
obwohl weiterhin phreatomagmatische Explosionen auftraten, die etwa 3 km hohe Wolken erzeugten. Die am 19. April entnommenen
Proben wiesen dieselbe mittlere Zusammensetzung (58 % SiO?) wie zu Beginn der explosiven Phase auf, enthielten aber mehr Fluor.
Die Aschewolke führte ab dem 15. April zur Annullierung zehntausender täglicher Flüge sowohl von als auch zu europäischen
Grossstädten. Am 5. und 6. Mai nahm die explosive Aktivität zu, während die effusive Aktivität abnahm. Dies führte zu höheren
Eruptionswolken und vermehrtem Tephra-Niederschlag. Der Lavastrom kam zum Stillstand. Vom 5. bis 8. Mai wurde Aschefall in
Gebieten in 55 - 70 km Entfernung gemeldet, der am 6. und 7. Mai beträchtlich war. Vom 9. bis 10. Mai wurde Aschefall in einigen
Gebieten bis in eine Entfernung von 12 km östlich und südöstlich des Vulkans gemeldet. Die Aschewolken verursachten
vom 5. bis 11. Mai erneut Flugausfälle in mehreren europäischen Ländern wie Schottland, Irland, Spanien und Portugal.